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Nehmt meine Organe! - Für Organspende.

Heute fand ich eine interessante Geschichte auf Facebook. Ein steinreicher Südamerikaner lud die Presse zur Beerdigung seines eine Millionen teuren Bentleys. Ob dieser Dekadenz wurde im Vorfeld heftig diskutiert. Doch zur Beerdigung hielt er eine bemerkenswerte Rede für die Organspende. Frei umschrieben sagte er, warum soll er nicht so etwas billiges wie einen Bentley mit ins Grab nehmen, wenn doch millionen Menschen auf dieser Welt, dies täglich mit etwas wesentlich wertvolleren tun. Sie nehmen Organe mit ins Grab, die unbezahlbares Leben hätten bedeuten können.

Klar, die Aktion ist dekadent. Aber ich finde sie genial! Auch diese Idee - eine weltweite Kampagne für Organspende für eine läppische Million. Wow, Respekt. Selbst wenn es ein Fake sein sollte, ist allein diese Idee perfekt umgesetzt.

Facebook wäre nicht Facebook, wenn sich nicht viele unterschiedlichste Meinungen in den Kommentaren auftauchen würden. Und diese Kommentare sind es, die mich veranlassen hier über Organspende zu schreiben. 

Ich habe meinen Organspendeausweit immer dabei. Für den Fall das ich mein Portemonnaie mal nicht dabei habe, sind alle näheren Familienmitglieder und Freunde informiert. Mein Tod soll, wenn möglich, etwas Gutes haben!

Diese blöden Kommentare auf Facebook haben mich geärgert. "Ich habe Angst zu früh ausgeschlachtet zu werden"- der Klassiker unter den Ängsten. Soweit ich weiß gibt es detaillierte Kontrollmechanismen, um genau so etwas zu vermeiden. Eigentlich werden Menschen in Deutschland selbst dann am Leben erhalten, wenn sie es selbst nicht mehr wollen. Reanimiert wird bis nichts mehr geht. Das Herz wird gepresst und malträtiert und lieber noch ein Schlauch zu viel angehängt, als einen Menschen, der es will, in Würde sterben zu lassen. Und überhaupt, jedes Krankenhausbett will belegt sein. Welcher Nothelfer oder Krankenhausarzt hat persönliche Vorteile davon einen Patienten, dessen genaue Kompatibilitäten bestimmt noch untersucht werden müssen, vor der Zeit auszuschlachten. Vom Risiko entdeckt zu werden ganz zu schweigen!
Und sollte es doch mal, ganz zufällig, irgendwo einen Einzelfall gegeben haben, nun dann schert mich das auch nicht weiter! Als eingeäscherter Toter interssiert mich das herzlich wenig, geschweige denn, das ich das nachträglich je erfahren würde.

Dagegen werden auch gerne die Beispiele von unfairen Transplantationen gennannt. Eine 100 Jähirge mit einem neuen Organ, das sie noch ein Jahr am Leben erhielt, bevor sie starb. Gewürzt mit der Info, dass das Ganze nur für den Ruhm irgendeines Mediziners gemacht wurde. Wer bin ich, diesem Menschen dieses eine Jahr zusätzlich nicht zu gönnen? Es wäre immer noch ein Jahr mehr Leben gewesen, als das was ich nicht mehr hatte führen können. Mag sein, das dieses Organ einem anderen Menschen noch mehr Jahre geschenkt hätte. Doch ich entscheide nicht über Leben und Tod oder wer es mehr verdient hat länger zu leben. Es geht doch nicht um Unsterblichkeit, sondern um ein paar Jahre mehr oder weniger! Wären genug Organe - also Organspender - vorhanden, wäre das kein Thema. Durch den Mangel entsteht die Knappheit und eine Situation in der manche sich Vorteile erkaufen können. Damit wird der Mangel selbst als Grund genommen den Mangel weiter zu verstärken. Yeah, was für eine Logik!

Manipulationen der Transplantations-Liste - ok, das ist nicht fair. Aber das ist wahrscheinlich die ganze Liste nicht. Wie sollen "faire" Kriterien ausgewählt werden, die über ein Menschenleben entscheiden. Eine Liste, die über Leben oder Tod gebietet, kann nicht fair sein - schon gar nicht für die Betroffenen, die keine Spenderorgane erhalten oder deren Angehörige. Aber irgendwie muß man es doch machen! Und selbst wenn geschummelt werden würde, haben die für mich nutzlos gewordenen Organe immer noch einen Menschen retten können. Wäre der Mangel nicht, wäre auch das kein Thema mehr! Auch hier beißt sich die Katze in den Schwanz vor lauter Angstgefasel.

Was wäre denn fair? Vielleicht wenn nur diejenigen, die selbst Organe zu spenden bereit sind, Organe bekommen könnten. Das wär doch mal was. Würde dann die Gewissheit im Falle eines Falles nichts zu bekommen, die Menschen dazu bewegen nach ihrem Tod endlich Organe zu spenden? Das wäre doch mal Angst mit positiver Auswirkung!  

Geht man von all diesen Dingen mal weg, denke ich nur an die Menschen unabhängig von allem, die gerettet werden könnten, wenn mehr Menschen ein klein wenig Größe zeigen könnten. Einfach mal daran denken: würdet ihr ein Organ ablehnen, wenn ihr es zum überleben  brauchen würdet. Ja? Nun dann fröhliches Nichtspendertum! Wenn nein, schafft euch endlich einen Organspenderausweis an! Nehmt nicht unzählige Bentleys mit ins Grab!!!

 

 

Ok ok, es würde mich schon irgendwie ärgern (wäre ich dann noch am Leben), wenn meine super gut gepflegten Organe an einen Menschen gehen, der sich durch masslose Exzesse selbst zerstört hat und mit meinen Organen gleich weitermacht. Aber mal ehrlich, Leben ist leben und tot ist tot. Also was solls. Dann würden meine Organe endlich mal was zu entgiften haben!

 

2.11.13 00:23
 


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