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    Das geht ja garnicht!!!
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    Super geschrieben!!! Lot

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Abenteuer im Dschungel (Teil 1)

Seit vier Wochen bin ich mit einem Fotografen unterwegs durch Sarawak, einem malaysischen Land auf der Insel Borneo. Heute Abend werden wir getrennte Wege gehen. Ich werde meine eigene kleine Expedition durch den Mulu Nationalpark starten.

Leise klackern die Geckos im Raum, begleitet vom Schnurren der Klimaanlage. Anmutig flitzen sie über die weiß getünchten Wände und  haften kopfüber an den Decken. Einer hat sein Versteck hinter meiner Taschenlampe gefunden. Vorsichtig nehme ich sie vom Beistelltisch, ohne den kleinen Glücksbringer mehr als nötig zu erschrecken. Draußen, vor dem mit dunklem Holz verkleideten Ferienhaus, hat sich nach der Dämmerung die Dunkelheit ausgebreitet. Die maximal 26° Grad fühlen sich kühl an. Der Tag war heiß. Entlang der anderen Hütten schlendere ich zum Ausgang des Wohnparks. Einer der Ranger kommt mir auf den Laternen beleuchteten Weg entgegen. Lächelnd wünscht er mir einen schönen Abend. Gestern Abend haben wir gemeinsam in der Kneipe das eine oder andere Bier gehoben.

Am Ausgang angekommen, entscheide ich mich für den betonierten Weg in Richtung der mehrere Kilometer entfernten Höhle namens „Clearwater Cave“. Er führt entlang eines schmalen Flusses, dessen leises Flüstern am Fuße eines kleinen Abhangs zu hören ist. Tagsüber habe ich gesehen, dass der Weg von hüfthohen Lampen gesäumt ist. Nachts waren sie noch nie eingeschaltet. Warum es sie gibt, hat sich mir noch nicht erschlossen.

Nach einer Weile des Weges bin ich allein im Dschungel. Düsternis, die nur von der Taschenlampe durchbrochen wird, umgibt mich. Es ist laut. Das nächtliche Kreischkonzert der Dschungelbewohner nimmt kontinuierlich zu. Eines der Insekten zirpt durchdringend wie ein Sägeblatt, das Metall durchschneidet. Der auf und ab wallende Klangteppich wird durchbrochen von hellen und dunklen Rufen, die an ziehende Fingernägel auf einer Tafel erinnern. Das Jauchzen und Zischen und Säuseln vermischt sich mit dem Geräusch eines empört heulenden Kindes. Ein Insekt … oder ein Frosch wie es mir am ersten Tag im Dschungel ein Ranger erklärt hat.

Bilde ich mir das ein? Wird das Licht der Taschenlampe dunkler? Nein, das kann nicht sein. Die neuen Batterien sind erst seit heute Morgen drin - zur Sicherheit. Und doch - es wird dunkler. Kaum noch ein Leuchten.

Das Licht ist aus.

Ich möchte mir die Taschenlampe näher anschauen, aber erkenne nichts. Ich halte mir die Hand vor Augen und sehe … nichts. Stockfinstere Nacht - Panik breitet sich in mir aus. Ich fühle mein Herz schneller pochen, Schweiß bricht mir aus allen Poren und die innere Angst schreit: ´Beweg dich´. Ich bleibe stehen, zwinge mich in Bewegungslosigkeit zu verharren. Früher, beim Segeln auf dem Meer, wenn wir starken Stürmen widerstehen mussten, sagte der Kapitän: „Panik tötet! Bevor du in Panik handelst, tue nichts!“ Diesen Gedanken wiederhole ich in meinem  Kopf. Wieder und wieder sage ich mir: `Panik tötet! Panik tötet´. Quälend langsam ebbt die blinde Handlungswut ab. Klares Denken sickert in mein Bewußtsein.  

Der erste Ranger, den ich vor vier Wochen getroffen habe, gab mir einen Tipp. Er sagte, wenn dich die Dunkelheit im Dschungel überrascht, dann bleib auf dem Weg stehen – auch wenn es viele Stunden sein werden. Gehe auf keinen Fall in den Wald. Kommst du vom Weg ab, bist du so gut wie tot. Er warnte mich, dass die Weite des Landes und die Tücken des Unterholzes den Suchmannschaften kaum eine Chance geben, Vermisste zu finden. Erst zaghaft, dann kräftiger rufe ich um Hilfe. Vergeblich, um mich herum kreischt der Dschungel. Vor meinen Augen schälen sich aus der Dunkelheit schwach leuchtende Linien, die sich Adern gleich durch den Wald ziehen. Glühwürmchen schweben durch den Wald, der Boden zuckt übersät mit Leuchtpünktchen. Hoffnungsvoll nehme ich die Hand vor Augen... nichts, außer undurchdringlicher Dunkelheit.

Warten bis die Sonne aufgeht oder mich irgendjemand findet, will ich nicht. Plötzlich werde ich mir des Betonbodens unter meinen Füßen gewahr. Leicht schabe ich mit dem Fuß über den Beton. Das müsste gehen. Stehe ich noch in der gleichen Richtung, wie zu dem Zeitpunkt als das Licht ausging? Habe ich mich gedreht? Hoffentlich nicht, aber wenn doch, dann gehe ich schlimmstenfalls in die falsche Richtung. Mein Entschluss ist gefasst. Zweimal setzte ich den linken Fuß  im rechten Winkel zum anderen. Es gelingt eine 180° Drehung mit dem Rauschen des Flusses im rechten Ohr. Einen seitlichen Schritt neben den anderen setzend, erreiche ich langsam die rechte Betonkante des Weges. Die Fußspitze erfühlt die Kante deutlich – Erleichterung durchflutet mich. Das Warten auf Rettung mitten im Dschungel fällt aus. Schrittchen für Schrittchen, mit vorsichtig tastenden Zehen, bewege ich mich vorwärts.

Es geht voran und meine Schritte werden länger. Unerwartet prallt mein Fuß gegen einen Pfosten. Ich stolpere und falle krachend den Abhang hinunter. Blind um mich krallend erwische ich ein paar dünne Äste im Unterholz. Damit wird der Fall gestoppt. So schnell wie möglich krabbele ich bergauf zurück zum Weg. Die verdammten Lampen hatte ich vergessen! Zum Glück ermöglicht der Fluss eine Orientierung in die vorherige Richtung.

Balancierend bewege ich mich in die Hocke. Meine Hände fingern vorsichtig nach dem Boden. Langsam setze ich die Knie auf den rauen Beton. Mit der rechten Hand suche ich die Kante. Seitlich am Wegesrand festgeklammert, krieche ich blind über den Boden. Die Zeit kommt mir schier  unendlich vor. Es fällt mir nicht ein wie lange ich vorher unterwegs war. Wie lange halten meine Knie das noch aus? Und was ist mit dem giftigen Getier das hier herumfleucht. Egal immer weiter, immer vorwärts.

Der Adrenalinspiegel flaut ab, die Schmerzen werden spürbar. Ich weiß nicht wie lange ich schon krieche, doch von dem Stoff der Hose ist an den Knien nicht mehr viel übrig. Die Hand fühlt sich aufgescheuert und feucht an. Zieht Blut irgendwelche Tiere an? Soll ich mich tatsächlich freuen, dass das meiste gefährliche Viehzeug selbst hier Nationalpark ausgerottet ist.

 … ein Geräusch! das Lachen von Menschen scheint nahe. In mir will alles aufspringen und losrennen. Geschafft, endlich geschafft! Nein, ich biete die letzte Kraft auf, um mich zu beherrschen und weiter zu kriechen. Die Lichter in der Ferne ändern nichts an den mehr als hundert Metern die in der Dunkelheit vor mir liegen. Auch der Abhang zum Fluss hinunter liegt genau neben mir. 

Der erste Schein der Laternen erreicht den Abschnitt vor mir. Geschafft! Meine Schritte führen mich in die Kneipe des Wohnparks. Ich setzte ich mich an die Bar. Der Ranger grüßt mich. Sein entsetzter Blick auf mein abgewetztes Äußeres scheint einiges über mein überstandenes  Abenteuer zu erzählen.   Zusammen kippen wir einen wohlverdienten Reisschnaps.

5.2.14 22:36


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Es läuft wieder ...

... das Dschungelcamp. Der Preis ist heiß im Dschungel. Yeah! Die Vorschau war schon mal gut.

Unglaublich selbst Larissa hat es bei mir zu schwindelerregenden Sympathiewerten gebracht. ;-) Sie mag durchgeknallt sein, aber bei all dem Wahnsinn zutiefst menschlich und nie beleidigend oder hinterfotzig wie zum Beispiel LaMola.

Hab ich schon gesagt das ich Dschnungelcampfan bin...? Sehr unterhaltsam, der Menschenzoo. Richtig mitreißend der herzzereißende Müll!  

25.1.14 23:08


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