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    Das geht ja garnicht!!!
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    Super geschrieben!!! Lot

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Urlaubsplanung (Kurzgeschichte)

[…]

Mika stellte den Salzstreuer ab, der im Schein der Morgensonne einen langen Schatten auf den dunklen Holztisch warf. Er war in der Küche und bereitete das Frühstück vor.
„Guck mal, Schatz, die Aussicht vom Hotel in Berchtesgaden!“, rief ihm Daniela begeistert zu. Sie fläzte sich bequem auf dem Sofa im Wohnzimmer. Der Laptop lag aufgeklappt auf ihren nackten Oberschenkeln, bereit, den nächsten Urlaub zu buchen.
Ungehalten blaffte Mika zurück: „Ich kann jetzt nicht; hab die Hände voll!“ Er erschien im Türrahmen, grinste sie entschuldigend an: „Beschreib´s mir doch“, und schob hinterher: „Wie willst du dein Ei?“
„Innen cremig! Na gut, also …“, zögerte Daniela und begann laut erzählend: „Wir blicken direkt auf die Innenstadt. Von oben sieht die ziemlich verwinkelt aus. Scheint, als wäre der mittelalterliche Stadtkern noch gut erhalten. Wir können wieder uralte Architektur bewundern und nach Querankern im Gemäuer suchen.“

 „Klar, Queranker, du willst doch nur shoppen gehen!“, stichelte Mika in Erinnerung an den letzten gemeinsamen Urlaub und schaltete den Backofen auf Vorheizen.

 „He, du Doof! Ich mag Architektur! Übrigens, da gucken zwei Kirchtürme hervor. Und selbst auf dem Bild erkenne ich, dass die in unterschiedlichen Stilen gebaut sind. Der eine ist rund; der andere spitz mit so eckigen Verzierungen am Rand“, grinste Daniela während sie sich aufplusterte.

 „Wie, Kirchtürme?“ quäkte es zurück „Etwa mit Glocken?? Steht da was über die Isolation der Hotelfenster? Nach dem Fluglärm hier ab fünf will ich kein nervtötendes Glockenläuten.“ Scheppernd stellte er zwei Teller auf dem Tisch ab.

 „Ja klar - ganz sicher. Der rechte hat sogar eine Uhr – immerhin haben wir immer die genaue Zeit“, mühte sich Daniela. Schnell vom Thema ablenkend, schob sie weitere Argumente nach: „Die Sicht ist auf jeden Fall komplett frei. Wir schauen weit über die kleinen Hügel ums Tal, bis zu den großen Bergen dahinter. Der eine Zackige hat bestimmt eine Schneespitze. Glaub mir, das wird schön! Und im Wald am gegenüberliegenden Hang kann man bestimmt wandern gehen.“

Mika unterbrach ihre lautstarke Schwärmerei. „Wie viele Brötchen möchtest du?“

„Zwei! Oh Mann, du hörst mir ja gar nicht zu!“

„Doch doch, Wald, Wandern, Schneespitze – hab aufmerksam zugehört. Milch?“ beschwichtigte Mika und schob die Brötchen in den Ofen.

„Ja! Direkt vor dem Haus blühen auch Kirschbäume.“

„Aber nicht im Spätsommer, wenn wir da sind!“

„Stimmt, du Klugscheißer“, lachte Daniela, „dafür werden wir Kirschen haben, süß und saftig! So wie´s aussieht, gehört eine Wiese vor dem Haus  zum Hotel. Dann können wir unter Kirschbäumen relaxen und die Aussicht genießen. Was hältst du davon?“

Ihre Begeisterung  steckte Mika an. Er drapierte den Aufschnitt kunstfertig in kleinen Reihen und zögerte nicht lang: „Hast du jetzt endlich gebucht, mein Schatz? Frühstück ist fast fertig!“

Der gemeinsame Urlaub kann kommen, dachte Mika. Er war unsicher, ob Daniela die Überraschung gefallen würde, die er plante.

[…]

29.8.14 22:10


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Es grüßt die Enterprise (Sci-Fi - Kurzgeschichte)

Es grüßt die Enterprise

Ferdinand warf einen Blick in den Rückspiegel. Selbstzufrieden betrachtete er sein makellos rasiertes Gesicht, das über einem perfekt sitzenden Hemdkragen mit seidenschimmernder Krawatte thronte. Fast hatte er es geschafft. Nur noch zwei Stunden trennten ihn von seinem zweiten Vorstellungsgespräch als Banker bei der Landesbank. Er grinste siegessicher in den Spiegel.


„Scheißeeee!“, fluchte er, als eine ganze Herde Rehe, vereinzelt sogar Füchse und Wildschweine, plötzlich aus dem Wald sprangen. Die Reifen des Smart Roadster Blackstar quietschten. Ferdinand blickte direkt über die Kühlerhaube in weit aufgerissene Rehaugen. „Nein, mein schönes Auto! Lauf doch, du blödes Vieh!“, brüllte er. Im letzten Moment kam er zum Stehen. Das vorher wie angewurzelt dastehende Rehrannte weiter.

Ferdinand sprang aus dem Auto, zum Glück hatte sein geliebter Wagen keinen Kratzer abbekommen. Als er sich umdrehte, sah er sich einer klaffenden Bresche im Wald gegenüber. Ein seltsam gleißendes Licht flammte kurzzeitig über dem zertrampelten Grün auf. Umflort von der Mittagssonne stand Ferdinand einsam auf der Straße.

Der Wald zog ihn magisch an. Ferdinand beglückwünschte sich selbst dazu, genug Pufferzeit eingerechnet zu haben, sodass er jetzt genug Zeit für einen Abstecher hatte. Neugierig lief er über den zertrampelten Waldboden ins Gehölz, dabei immer darauf achtend, seinen Anzug und seine Schuhe nicht zu beschmutzen.

 

Nach knapp dreißig Metern sah er einen deplatziert wirkenden jungen Mann an einem Baum lehnen, der ihm erfreut entgegenlachte. Gekleidet in Zylinder, hochgeschlossenem Hemd, Weste und dunklen Tweedanzug war er etwa Anfang zwanzig,. Er ging, die rechte Hand ausstreckend, zu Ferdinand: „Gestatten, sehr geehrter Herr, mein Name ist Wilhelm Stäbler. Entschuldigen Sie meinen Aufzug, aber der Langbinder ist mir abhandengekommen.“ Sprachlos schüttelte Ferdinand die Hand. Sein Gesicht war ein einziges Fragezeichen.

„Vor 100 Jahren betrat ich dieses Fleckchen Erde letztmalig. Mir deucht, es hat sich nicht verändert, anders, als es mir ergangen ist“, verkündete Wilhelm in seltsam klingendem Deutsch. „Aäähhh … Wie bitte?“, fragte der unwillkürlich einen Schritt zurückweichende Ferdinand. In den folgenden Minuten kam er aus dem Staunen nicht mehr heraus, als Wilhelm ihm seine Geschichte erzählte. Vor 100 Jahren wurde der junge Mann in diesem Wald von Außerirdischen aufgegabelt und jetzt, auf seine Bitte hin, wieder zurückgebracht. Das ganze Auftreten Wilhelms ließ Ferdinand die abstruse Geschichte glauben, ein Raumschiff sah er indes nicht.

„Wenn Sie wollen, fliegen Sie an meiner Stelle mit. Meine Freunde gaben mir eine Stunde Zeit es mir zu überlegen, bevor sie aufbrechen.“ Ferdinand schaute auf seine Uhr, ausgehend vom gleißenden Licht blieben ihm noch zehn Minuten. Keine drei Meter von ihm entfernt sah er einen trockenen Baumstumpf, der sich perfekt als Sitz eignete. Zum Durchwaten des dichten Blätterwerks zog er seine wertvollen Schuhe samt Socken aus. Er setzte sich und nahm die klassische Meditationshaltung aus dem Fernsehen ein, die ihm zu diesem Anlass angemessen schien. Wenn nicht jetzt, wann dann, dachte er und war unschlüssig, was er nun tun sollte. Bei seiner Rückkehr würde er berühmt werden und im Fernsehen Millionen scheffeln, dachte er. Und all das ohne zu altern und der Möglichkeit, jederzeit zurückgebracht zu werden. Was würde er schon verlieren außer einer hübschen Freundin und einem möglichen Job. Leid tat es ihm nur ums Auto. Noch mit nackten Füßen auf dem Baumstumpf sitzend, rief er Wilhelm zu: „Sehr geehrter Herr, ich nehme Ihren Vorschlag an!“

„Ach, ein letztes noch. Heißt der neue Kaiser unseres Reiches erneut so wie ich?“, fragte Wilhelm. Im Überschwang seiner Worte wartete er nicht auf eine Antwort und sprang dem Waldrand entgegen: “Ich bin entzückt von dem Gedanken, endlich wieder Kutsche fahren zu dürfen.“

Ferdinand wollte ihm gerade hinterherrufen und ihm sein Auto anbieten, als ihm bewusst wurde, wie idiotisch das wäre. Ein weißer Blitz umfasste ihn. Im vorerst letzten Moment auf Erden fragte er sich, wer von ihnen beiden sich die nächste Zeit mehr wie ein Fremder in einer anderen Welt fühlen würde. Er hatte schließlich die Enterprise und Star Wars.
29.8.14 22:01


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